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Green Day – Saviors

SAVIORS ist das bereits 14. Album von Green Day mit 15 Songs und 46 Minuten Punk-Rock, erschienen am Freitag, den 19. Januar 2024, via Reprise Records und produziert mit Rob Cavallo. So viel zu den Fakten – aber kann Green Day mit der heutigen Generation noch mithalten? Finden wir es heraus!

Green Day sollte jedem bekannt sein, sonst wake him/her up when September ends, please! Die US-amerikanische Rockband besteht aus Billie Joe Armstrong (Leadsänger, Gitarrist), Mike Dirnt (Bass, Backing Vocals) und Tré Cool (Drums). Armstrong gilt übrigens aktuell als bestbezahlter Sänger der Welt (laut der „People With Money“-Liste). Während er in den letzten Jahren sein wohlverdientes Vermögen weiter ausgebaut hat, hat er für SAVIORS alle Songtexte selbst geschrieben und dabei die reale Welt nicht vergessen.

Tracklist von SAVIORS

 1.⁠ ⁠The American Dream Is Killing Me*
 2.⁠ ⁠Look Ma, No Brains!*
 3.⁠ ⁠Bobby Sox
 4.⁠ ⁠One Eyed Bastard*
 5.⁠ ⁠Dilemma*
 6.⁠ ⁠1981
 7.⁠ ⁠Goodnight Adeline
 8.⁠ ⁠Coma City
 9.⁠ ⁠Corvette Summer
10.⁠ ⁠Suzie Chapstick
11.⁠ ⁠Strange Days Are Here to Stay
12.⁠ ⁠Living in the ’20s
13.⁠ Father to a Son
14.⁠ ⁠Saviors
15.⁠ ⁠Fancy Sauce
*Wurde bereits vor Albumrelease veröffentlicht.

15 Songs in ca. 45 Minuten runter zu ballern klingt sportlich – für Green Day jedoch kein Problem.

Bin kein American Idiot, aber The American Dream Is Killing Me

SAVIORS legt mit The American Dream Is Killing Me einen gelungenen Kickstart hin. Obwohl der Song wohl als einer der letzten aufgenommen worden sei, hat er es dennoch zu Recht auf Platz 1 der Tracklist geschafft. Der Song wurde so wie Look Ma, No Brains!, One Eyed Bastard und Dilemma bereits vor dem Albumrelease veröffentlicht. Alle vier Banger machten Bock auf die weiteren zehn neuen Songs! Sie sind einerseits gesellschaftskritisch, ironisch und aneckend, andererseits unterhaltsam und energiegeladen, genau wie wir Green Day lieben.

Mehr ist mehr – für jeden was dabei

SAVIORS liefert eingängige, sich häufig wiederholende und bedeutsame Refrain-Zeilen, vor allem bei Bobby Sox („Do you want to be my boyfriend?“), 1981 („She’s gonna bang her head like 1981″) und Coma City („A gun shot, gun shot heads / Shooting in the distance / It’s on your face and hands / With no resistance / Coma City (Coma City) / Coma City (Coma City)“).

Das Zusammenspiel des Punk-Rock-Trios hat sich mit jahrzehntelanger Erfahrung perfekt ausbalanciert: energiegeladene Drums und rhythmische Gitarrenriffs mit unverkennbaren Vocals. Trotzdem schafft es die Band, eine unerwartete Abwechslung in ihre Songs zu bringen. Corvette Summer könnte insbesondere aufgrund des mitreißenden Refrains fast schon auf einer Musical-Bühne performt werden. Der Songtitel verweist sogar auf einen US-amerikanischen Highschool-Film von 1978.

Living in the ’20s ist nicht nur aufgrund der Kürze von zwei Minuten kurzweilig, überrascht mit einem starken Gitarren-Solo und endet mit einem schreienden: „Ain’t that a kick in the head?“ Auch beim Namensgeber des Albums Saviors (engl. für Retter, Erlöser) sticht die Gitarre heraus, indem sie die Gesangsmelodie des Refrains imitiert.

Neben all den kraftvollen Tracks, zeigen sich Green Day auch von ihrer empfindsameren Seite. Strange Days Are Here to Stay und Good Night Adeline erzählen von persönlichen und globalen Herausforderungen sowie psychischen Problemen. Father To a Son umarmt das innere Kind in mir und beweist, hier sind keine frechen Teenager, sondern lebenserfahrene Künstler am Werk. Mit Suzie Chapstick zeigen die Jungs (jeweils 51 Jahre alt) aber dennoch, dass sie nicht alt geworden sind, sondern verarbeiten Herzschmerz in der heutigen Zeit und referenzieren sogar „Instagram“.

Das Beste kommt zum Schluss

Der letzte Song „Fancy Sauce“ lässt das Album ruhig, aber würdevoll ausklingen. Schon vor dem Hören des Songs war dieser aufgrund des humorvollen Titels mein persönlicher Favorit. Die sanften Klänge der Akustikgitarre sowie die sich zusammen mit den Drums intensivierende Stimme Armstrongs haben mich vollkommen eingenommen. Doch der Nirvana-Bezug hat mich endgültig überzeugt: „Everybody’s famous / stupid and contagious / As we all die young someday“. Dahingegen ist Green Day zum Glück so lebendig wie immer!

Green Day(s) im Juni 2024 live in Deutschland

SAVIORS reiht sich mit Recht in die erfolgreichen Alben von Green Day ein. Dieses Jahr feiern die LPs Dookie und American Idiot sogar schon ihr 30- bzw. 20-jähriges Jubiläum! Ein Anlass für Green Day, um dieses Jahr auf Tour zu gehen und davor noch Halt bei Rock am Ring bzw. Rock im Park zu machen:

  • 07. Juni Rock im Park, Nürnberg
  • 08. Juni Rock am Ring, Nürburgring
  • 10. Juni in Berlin
  • 11. Juni in Hamburg

Fazit

Ja, Green Day hat es immer noch drauf! SAVIORS richtet sich an all diejenigen, für die Punk nicht nur eine Phase war, an alle, die gerettet werden oder jemanden retten wollen. Green Day lassen uns nicht hängen – mit SAVIORS bringt die Band uns mit ihrem altbekannten, charakteristischen Sound frischen, zeitgemäßen Punk-Rock. 10/10.

Info
21. Januar 2024 
11:00 Uhr
Band
Green Day
Genre
Pop-Punk Punk Rock
Autor/en

 Katrin

Fotocredit/s
Pressefoto
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