Eine zwanzigjährige Karriere hinter sich zu haben, schaffen nicht viele Bands. Doch The Devil Wears Prada ist eine von ihnen. Mit Alben wie „With Roots Above and Branches Below“, „Dead Throne“ oder dem aktuellen „Color Decay“ haben sich die Jungs in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine treue Fanbase aufgebaut.
Nun folgt mit „Flowers“ Album Nummer neun und da stellt sich natürlich die Frage, ob die Band auch nach all den Jahren noch überzeugen kann.

01. That Same Place
02. Where The Flowers Never Grow
03. Everybody Knows
04. So Low
05. For You
06. All Out
07. Ritual
08. When Youre Gone
09. The Sky Behind The Rain
10. The Silence
11. Eyes
12. Cure Me
13. Wave
14. My Paradise
Wir gehen rein mit „That Same Place“ und „Where The Flowers Never Grow„
Wir starten mit „That Same Place“ und „Where The Flowers Never Grow“. Der erste Track bietet ein ruhiges Intro, das nahtlos in die bereits veröffentlichte Single „Where The Flowers Never Grow“ übergeht. Dieser Song überzeugt mit einer mitreißenden Hook, die durch das harmonische Zusammenspiel der beiden Vocalisten perfekt ausbalanciert ist. Ein kurzer Breakdown rundet den Song am Ende ab und sorgt für einen gelungenen Übergang zu „Flowers“.
“The ‘place where the flowers never grow’ is an analogy for where you go when you’re alone,” reveals Jeremy “For us, it could be sitting still alone and wondering why we can’t find happiness. You’ve got to find peace in the mediocrity instead of striving for it externally.”
Mit „Everybody Knows“ wird uns eine weitere Single präsentiert. Der Song kommt insgesamt etwas zurückhaltender daher und setzt stärker auf Synthesizer und Gesang. Stimmlich wie auch musikalisch passt hier alles, doch am Ende kann er mich nicht vollständig überzeugen, da er wenig Neues bietet.
Auch „So Low“ (ebenfalls bereits veröffentlicht) fügt sich stimmig in das Gesamtbild ein. Der Track wirkt deutlich mitreißender und lädt zum Mitsingen ein. Hier darf Shouter Mike endlich wieder richtig loslegen.
“To me, ‘So Low’ is almost fighting the mundane, setting it all on fire, and blowing it up to get a reaction,” notes Mike.
Die emotionale Seite
„For You“ beginnt zerbrechlich und gefühlvoll, bevor sich der Song nach einer Minute vollständig entfaltet. Der Track spricht gezielt Hörer an, die mit gebrochenem Herzen oder unerwiderter Liebe kämpfen, und bietet ihnen einen eindringlichen, fast cineastischen Soundtrack.
Es geht auch hart
Mit „All Out“ wird wieder richtig aufgedreht. Shouter Mike liefert hier volle Energie ab – eine Nummer, die ganz klar für das klassische The-Devil-Wears-Prada-Feeling steht. Ein Fest für Old-School-Fans!
“Lyrically, it’s about seeing a friend choose selfishness over the relationship,” kommentiert Mike. “It’s got a bit of the past and the present, musically.”
„Ritual“ lieferte bereits den ersten Eindruck des Albums „Flowers“. Der Song erschien 2024 und wurde seitdem auf zahlreichen Touren live performt. Obwohl die Nummer schon länger veröffentlicht ist, lädt sie jedes Mal wieder zum Mitsingen ein. Hier passt einfach alles.
„When You Gone“ eröffnet mit markantem Riffing, das von Jeremys klarem Gesang getragen wird. Der Song besitzt eine emotionale Tiefe, die schwer im Magen liegt. Die Leichtigkeit und Unbeschwertheit der vorherigen Tracks ist hier gänzlich verflogen.
„The Sky Behind The Rain“ fungiert als Intro zu „The Silence“, bietet jedoch musikalisch nur wenig Substanz. „The Silence“ beginnt mit Gesang, dezenten Drums und zurückhaltenden Synths. Eine spürbare Weiterentwicklung bleibt aus, und so endet der Track so ruhig, wie er begonnen hat.
Mit reinem Clean-Gesang startet „Eyes“, der schon bald von Schlagzeug-Einsätzen begleitet wird. Nach etwa einer Minute zieht der Song etwas an, ohne jedoch voll aufzudrehen.
“For Jeremy and me, ‘Eyes’ removes the veil of what we personally believe and religion,” “I was raised in a very ordinary Christian home, but we aren’t a Christian band. We’re speaking on the concept.”
„Cure Me“ startet wieder mit wunderbaren Cleangesang. An dieser Stelle könnte man der Band vorwerfen sich auf „Flowers“ zu oft zu wiederholen. Doch am Ende des Tages zählt doch nur ob die Songs überzeugen und das tun sie! „Cure Me“ setzt wieder auf bombastische Hooks, eingängige Lyrics und gute Laune!
Mit „Wave“ liefern The Devil Wears Prada den ruhigsten Moment des Albums. Jeremy wird hier ausschließlich von einer Akustikgitarre begleitet und singt sich die Seele aus dem Leib, ein schlichtweg schöner und emotionaler Song.
Finale
„My Paradise“ bietet zum Ende noch mal ein richtiges Highlight. Der Song steigert sich zu einem epischen Finale, dass der Band noch mal alles abverlangt. Ein perfektes Ende für „Flowers„!
Fazit:
The Devil Wears Prada bleiben ihrer Linie seit „Colour Decay“ treu und entwickeln diesen Sound noch mal weiter. An der ein oder anderen Stelle wirken die Strukturen der Song schon sehr ähnlich und bieten nicht immer die gewünschte Abwechslung. Aber und ich zitiere mich selber: „… am Ende des Tages zählt doch nur ob die Songs überzeugen und das tun sie!“
Mit „Flowers“ gehen The Devil Wears Prada den nächsten großen Schritt und öffnen sich hiermit die auch letzte verschlossene Tür.
Für „Flowers“ gibt es 8,5/10 Punkte





