Review

Review

Review

ERRA – silence outlives the earth

Die Progressive Metalcore Formation rund um ERRA präsentiert am 06.03.2026 mit silence outlives the earth (via UNFD Central) ihr bereits 7. Studioalbum und erweitern damit ihren klanglichen Kosmos, welcher als direkter Nachfolger von Cure zählt. Wie gut die Kontinuität der Band steht und die Platte letztendlich auf dem Kasten hat, erfahrt ihr in der nachfolgenden Kritik:

Tracklist:
01. stelliform
02. further eden
03. gore of being
04. black cloud
05. cicada siren
06. echo sonata
07. lucid threshold
08. spiral (of liminal infinity)
09. i. the many names of god
10. ii. in the gut of the wolf
11. iii. twilight in the reflection of dreams

Die Sterne stehen günstig

Mit dem Opener starten ERRA direkt heimisch, denn dieser knüpft direkt an den Sound der „Cure“ Platte an. Anfangs wird man mit einem melodischen Intro begrüßt, ehe JT den Anfang machen darf, ohne Umwege los schreit und man die ersten (fetten) Riffs um die Ohren geschallert bekommt. Im Chrous darf dann Jesse seinen engelsgleichen Gesang zum Ausdruck bringen, eine Balance welche die Herren erneut bestens verstehen. Der Track trieft bereits mit tiefgehender Atmosphäre und so viel ist schon mal klar: davon wimmelt es auf dem Album nur so.

Ein starker Startschuss also. Dieses Momentum wird mit den nachfolgenden Songs further eden und „gore of being“, welche schon vorab hörbar waren genutzt. Mit „further eden“ wollten ERRA noch mehr Leichtigkeit ausdrücken, die mit dem dazugehörigen Musikvideo bestärkt wird. Für die Band typisch bekommt man hier punktuierte Riffs, treibende Gesangslinien und obendrauf präsentiert sich Shouter JT erneut in Höchstform, die mit einem kreativen Breakdown garniert wird.

Ebenso ist eine Verschnaufpause mit „gore of being“ nicht drin. Natürlich gibt es auch hier die bewährte Formel zu hören, im Albumkontext und aufgrund der vorangegangen Songs geht diese allerdings vollends auf, prescht sich mit Riffs, Lead Gitarren tapping und einem gnadenlosen Breakdown in die Hörkanäle, ehe das Spektaktel mit einem Ambience Outro beschlossen wird.

Schönheit in ihrer reinsten Form

Wenn ERRA eines können dann Ambiente durch Atmosphäre und umgekehrt erzeugen. „black cloud“ ist hier mal wieder ein Paradebeispiel und ist in einem Mantel purer Schönheit gehüllt. Dass Jesse nicht nur ein wahrer Virtuose an der Gitarre ist, ist schon lange kein Geheimnis mehr und stimmlich konnte er spätestens mit dem self-titled Album beweisen, dass es kaum noch besser geht. Hier bekommt man allerdings wieder eine Perfomance zu hören, die schlichtweg beeindruckend ist. Als Schmankerl gibt es ein Solo, das in seiner Kürze umso fantastischer klingt. Was ein Highlight.

„cicada siren“ und „echo sonata“ befeuern dieses Highlight noch weiter. Ersterer besticht durch seine fast schon bedrückende Stimmung und groovt sich jede Sekunde einen ab. Hier blitzt auch JT’s Fähigkeit nicht nur verdammt gut zu shouten, sondern auch zu singen durch. Ein Track der wieder einmal mit interessanten Details gespickt ist, die sich nach mehrmaligen hören umso mehr entfalten.

Für „echo sonata“ gilt die gleiche Lobeshymne, hier wechseln sich Jesse und JT mit dem gesanglichen Anteil ab, was für eine bezaubernde Balance sorgt. Song 6 hält wieder einmal einen starken Chorus bereit, der mit Gitarren Tapping vom Himmel unterstützt wird.

Akzente für ein dichtes Hörerlebnis

Bevor es hier mit den Lobeshymnen weiter geht, gibt es mit „lucid threshold“ nur einen Track, der dezent vor sich hinplätschert, obwohl man sagen muss, dass es sich hier im Falle von ERRA um meckern auf höchstem Niveau handelt.
Gerade „spiral (of liminal infinity)“ schwebt mit der Atmosphäre die sich seit Track 1 hält wieder mühelos durch die Gehörgänge und ich komme nicht umher wieder einmal die instrumentale Arbeit, und vor allem JT’s Gesang zu loben, der hier deutlich prominenter zum Vorschein kommt, als noch auf den vorangegangenen Platten.

Bis zu diesem Punkt gab es auch noch nicht die bestechenden Experimente wie bspw. „Slow Sour Bleed“ von „Cure“ zu hören, was die Band zwar nicht unbedingt nötig hätte, jedoch nochmal den gewissen Bonus gegeben hätte. So die ersten Gedanken beim Hören der Platte… bis die letzten drei Tracks ablaufen: Leckomio!

Das Finale mit drei Zusammenhängenden Tracks, das in verschiedenen Passagen unterteilt ist lässt die Platte nochmal in einem ganz anderem Licht erstrahlen. Fast so, als würde man ein neues Album während dem neuen Album hören, ohne dass dieser Stimmungswechsel deplatziert wirkt. Paradox.
Hier gibt es nochmal ordentlich auf die Fressleiste vom Allerfeinsten, so hart hat man die Formation zwar hier und da schon gehört, wie das Ganze jedoch umgesetzt ist, nimmt nochmal ganz andere Dimensionen an.

Die Abfolge von „the many names of god“, „in the gut of the wolf“ und „twilight in the reflection of dreams“ muss selbst gehört werden und zündet hier nochmal ein richtiges Feuerwerk ab, welches die allgemeine Atmosphäre wie weiter oben schon beschrieben nochmal einen ganz eigenen Stempel aufdrückt.

Fazit:

Auch mit Album numero 7 haben ERRA ein Werk erschaffen, das erneut aufweist, warum die Band zu den ganz großen gehört und sich nun schon so viele Jahre halten konnte. Klar; man bekommt die bekannte Formel und das was man von der Formation erwartet und kehrt in einen sicheren Hafen ein. Die Ideen und wie diese umgesetzt wurden, machen jedoch erneut das Hörerlebnis wieder zu einem ganz eigenen, wirklich schönen Kapitel und deshalb gibt es an dieser Stelle 9,5 von 10 Punkten.


Info
6. März 2026 
18:47 Uhr
Band
Erra
Genre
Progressive Metalcore
Autor/en

 Jan

Fotocredit/s
Pressefoto
Weitere Beiträge