Es ist wieder so weit: Der musikalische Chaos-Trupp aus Mannheim meldet sich zurück und veröffentlicht am kommenden Freitag sein neues Werk Das Schwarze Album. Wir hatten bereits im Vorfeld Gelegenheit, uns durch dieses Album der humoristischen Extraklasse zu hören – und können vorwegnehmen: Wer stilistische Schubladen sucht, ist hier weiterhin an der falschen Adresse.
Dabei servieren uns The Butcher Sisters eine kulinarische Genre-Reise über Deutschrap, Dance-Beats, Rock Alternative bis hin zum Metalcore, mit Ausflügen in den Deathcore, Partymetal, Western-Style und vieles weitere. Klingt verrückt? Ist es auch, aber gut!
Insgesamt 7 der 12 Songs wurden bereits im Vorab veröffentlicht und sind der breiten Masse somit bereits bekannt – allesamt mit Video. Darunter die Wacken-Hymne mit dem gleichnamigen Titel, für die sich TBS die Metal-Ikone Doro Pesch an Bord geholt haben und die bereits auf dem Wacken-Festival Premiere feierte, sowie der Jetzt-Schon-Klassiker Herr Dokter. Die Frontmänner Stroppo und Amazing Alex waren in den vergangenen Wochen und Monaten auch über Social Media sehr aktiv die einzelnen Singles sowie das Album zu bewerben und mit trashig-humoristischen Clips die Wartezeit zu verkürzen.

Tracklist:
- Piep Piep Piep
- Cityroller
- Scheiss Für Mich
- White Monster
- Detlef D Soost (feat. Callejon)
- Bierosaufus Ex
- Ü30 (feat. Hämatom)
- Great Music Band
- Herr Dokter
- Lachen
- Wacken (feat. Doro Pesch)
- Klettergerüst
Der Opener Piep Piep Piep macht sofort klar: Bei euch piept’s wohl! Komplett durchgedreht, mit Pfeifen, Zwitschern, trashigem Autotune und Riffs, die irgendwo an Electric Callboy erinnern, behandelt dieser Song Handysucht. Darauf folgt Cityroller mit einem Drum & Bass-Intro und nimmt das Thema Scooter-Fahren ebenso ernst wie absurd – inklusive augenzwinkernder Referenzen an die gleichnamige deutsche EDM-Institution (Hans Peter, wie viel ist der Fisch?). Es folgt ein bisher unveröffentlichter Track Scheiß für mich, eine Hommage an den besten Freund des Menschen und die Leiden, die mit dem Warten auf das große Geschäft beim Gassigehen einher gehen.
White Monster – eine Ode an den Energy Drink – wurde bereits Ende April 2025 veröffentlicht und ist der Song mit den bereits höchsten Streamingzahlen auf Spotify. Dieser setzt wieder voll auf Dance-Beats, hochgepitchte Vocals und kräftige Shouts von Stroppo.
Eine weitere tolle Überraschung und kleines Highlight des Albums ist ein weiteres Feature mit der Düsseldorfer Metalcore-Band Callejon. Bei Detlef D. Soost erwarten uns Rap-Parts, elektronische Hip Hop-Elemente, schwere Riffs und Shouts und bündeln nahezu alle Facetten des Albums in einem Song. Callejon schaffen es hier erstaunlich angenehme Erfrischung beizusteuern
Bei The Butcher Sisters darf nach Aperol und Bierdurst auch der obligatorische Alkoholtrack auf dem Album nicht fehlen. Hier mit dem klangvollen Namen: Bierosaufus Ex – mitsamt trashigem Steinzeit-Video. Bei diesem Song finden wir eine große Menge an Referenzen, angefangen von Familie Feuerstein, über Drowning Pool’s ikonischen Song Bodies bis hin zu einem brutalen Lorna Shore-inspirierten Breakdown. Darüber hinaus zeigt Amazing Alex sein Können bei einem doubletime Rap-Part, vor dem sicher auch Kollegah seinen Hut ziehen würde.
Hervorzuheben ist auch der Song Lachen, eines der womöglich wenigen Musikstücke, dessen Text ausschließlich aus Flachwitzen besteht. Den versöhnlichen Abschluss des Albums bildet Klettergerüst, der mit Western-Feeling und deutlichen BossHoss-Vibes die Erinnerungen der Grundschulzeit wieder hochkochen lässt und den Metal hinter sich lässt.
Ganz ehrlich? Bei TBS wird man das Gefühl nicht los sie schlagen ein Wörterbuch auf, einer liest die Wörter runter bis einer Stopp (oder besser: Stroppo?) sagt und schon ist das nächste Thema für einen neuen Track gefunden. Von Energy-Drinks über gelbe Krankmeldungsscheine und Gassigehen mit dem Hund, Grundschulwitze oder das baldige Lebensende mit Über 30 Lebensjahren. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Fazit:
Das Schwarze Album sticht vor Allem durch seine Komik hervor und ist genretechnisch wie eingangs erwähnt noch abwechslungsreicher als sein Vorgänger. Auch überkommt einen das Gefühl, das Album sei reifer und erwachsener – wenn man diese Adjektive für TBS überhaupt verwenden kann. Hatte man beim Weißen Album häufig den Eindruck auf meiner Ballermann-Metalparty gelandet zu sein, ist auf diesem Album deutlich mehr Abwechslung geboten. Dazu tragen auch die hervorragenden Features mit Hämatom, der Metal-Queen Doro und Callejon bei. Die Mischung ist sehr bunt und sicherlich nicht für jeden klassischen, konservativen Metalhead geeignet – aber sie ist eben auch erfrischend anders und besonders für genreübergreifend interessierte Metal-Liebhaber ein Highlight!
Für das schwarze Album gibt es 9/10





