Fünf Jahre nach „Amazing Things“ präsentieren Don Broco endlich ihren langersehnten Nachfolger „Nightmare Tripping“, welcher am 27.03.2026 erscheint und die Band mit dieser Veröffentlichung außerdem ihren Einstand bei Fearless Records feiert. Die Formation ist bekannt für ihren einzigartigen und wilden Mix aus Alternative Rock, Post-Hardcore, Nu Metal und Pop Rock. Aus dieser Mischung ergeben sich emotionale, tanzbare und manchmal harte Tracks, welche in dieser Kombination die Grenzen zwischen den aufgezählten Genres verschwimmen lassen.
Die ersten vorab veröffentlichten Songs ließen dieses Bild erneut aufkommen und versprachen gleichzeitig eine härtere Richtung. Ob sich das bestätigt, erfahrt ihr in der nachfolgenden Review:

Tracklist:
01. Cellophane
02. Disappear
03. Somersaults
04. Nightmare Tripping (feat. Nickelback)
05. Ghost In The Night
06. True Believers (feat. Sam Carter)
07. Euphoria
08. Pacify Me
09. Swimming Pools
10. Hype Man
11. The Corner
Richtungsweisender Einstieg
Den Anfang darf „Cellophane“ machen, welcher auch die erste Single darstellt mit der sich Don Broco zurückgemeldet haben. Schon in den ersten Sekunden fällt auf, dass die Formation deutlich am Härtegrad geschraubt hat. Das erste Riff hämmert sich direkt durch die Gehörgänge, ehe der griffige Chorus einsetzt. Im späteren Verlauf gibt es außerdem einen ordentlich groovigen Breakdown zu hören, der die neu gefundene Härte nochmal unterstreicht.
Thematisch geht es um Ängste, Dissoziation und dem Druck sich selbst unter Kontrolle zu halten, obwohl man gerade zusammenbricht. Für die Band typisch werden solche ernsten Themen allerdings mit viel schwarzem Humor behandelt, auch wenn schon zu Beginn eine deutlich persönlichere Note zu spüren ist.
Diese persönliche Note zieht sich auch durch „Disappear“, der darüber handelt wie schwer es manchmal sein kann, zu lieben und/oder zu unterstützen wenn jemand eine schwere Zeit durch macht.
Instrumental gibt es wie im Nachfolgetrack „Somersaults“ wieder Genre übergreifende Elemente.
Fette Riffs, Sprechgesang, elektronische und akustische Einwürfe ergeben mit Rob Damianis und Matt Donnellys facettenreichen Vocal Lines eine nahezu hypnotische Symbiose.
Look at this Auswahl an Features
Don Broco und Nickelback (ja richtig gelesen) eine Kollaboration, die wohl niemand auf der Bingo Karte für 2026 hatte betritt das Rampenlicht.
Der Namensgebende Titeltrack „Nightmare Tripping“ gibt alles her was Don Broco zu bieten haben: verrückte Sounds, groovige Riffs und ein Chorus bei dem Chad Kroeger einen emotionalen Text zum Besten geben darf.
Als wäre das alles nicht genug, gibt es einen abgedrehten Breakdown der es in sich hat nur um am Ende in nicht nur einen, sondern zwei Soli zu münden, in denen Gitarrist Simon Delaney mit seinen Fähigkeiten so richtig glänzen darf. Was ein Brett und wilder Trip. Anders kann man diesen Track nicht beschreiben.
An Emotionen hat es bisher noch zu keinem Zeitpunkt gemangelt, was nicht zuletzt an den Thematiken, die behandelt werden liegt.
Allerdings zeigen sich Don Broco in „Ghost In The Night“ noch gefühlvoller und wirken durch die Vocal Performances zusammen mit den Oktaven Chords fast schon zerbrechlich. Das alles in Kombination sorgt für eine bittersüße Stimmung, zum richtigen Zeitpunkt im Hördurchlauf einsetzt.
Wieder mal ein vorbildliches Beispiel dafür, wie versiert die Band darin ist, mühelos allerhand Sounds zu bedienen, mit ihnen zu spielen und dennoch ein stimmiges Paket zu schnüren.
Um diese Melancholie zu durchbrechen, gibt es mit „True Believers“ wieder einen absoluten Nackenbrecher. Damiani glänzt hier mit famosen Shouts, die man in dieser Form zum ersten Mal auf einem Don Broco Album zu hören bekommt.
Unterstützt wird dieser von niemand geringeren als Sam Carter von Architects und beide in Kombination sind eine unberechenbare Macht, mit der wohl niemand gerechnet hat. Auch wenn es zwischendurch kurz einen akustischen Einwurf gibt, handelt es sich hier um den bis dato härtesten Song der Band und im Breakdown gibt es als Dessert ein BLEGH zu hören, herrlich.
Vorbildliches Schlusslicht
Auch wenn ab diesem Punkt mit fünf verbliebenden Songs noch längst nicht Schluss ist, bewegt man sich auf die Zielgerade zu, die besser nicht sein könnte. In „Euphoria“ etwa geht es im Vergleich zum vorangegangen Song seichter aber nicht weniger wuchtig weiter. Donnelly und Damiani wechseln sich vorbildlich ab und zeigen auch noch nach der Hälfte der Platte, was für ein dynamisches Duo die beiden am Mikrofon abgeben.
Genau diese Dynamik wird mit „Pacify Me“ fortgesetzt und wie nicht anders zu erwarten meisterhaft umgesetzt. Eine Träumerische Stimmung im Chorus, starke Growls von Damiani, die Verschmelzung aus Härte und dem elektronischen Klangteppich, bewegt den Song in Hip-Hop / Nu Metal lastige Gefilde und sorgt in dieser Kombination für eine dichte Atmosphäre, was im Umkehrschluss für ein massives Highlight sorgt.
In „Swimming Pools“ kommt es einem so vor, als hätten sich die beiden Vorgänger Alben „Technology“ und „Amazing Things“ getroffen und beschlossen, gemeinsame Sache zu machen um die Brücke zum nächsten, absoluten Banger „Hype Man“ zu schlagen.
Dieser groovt sich nur so einen ab, liefert einen emotionalen Chorus, mitsamt Akustik Gitarrenspiel, das an den Flamenco Stil erinnert und explodiert in einem wunderschönen Solo. Zum Abschluss wird die Platte durch „The Corner“ hymnisch abgerundet, der nochmal zeigt was Matt Donnelly und vor allem Rob Damiani stimmlich drauf haben.
Fazit:
Wenn noch eines zum neuesten Streich von Don Broco zu sagen bleibt dann, dass die Formation es wieder einmal meisterhaft geschafft hat, all die verrückten Ideen und Genres zu ihrem bis dato kreativsten Werk zu vereinen.
„Nightmare Tripping“ ist ein Beispiel von Album, das man einfach selbst gehört haben muss, um sich überhaupt ein Beispiel darüber machen zu können, wie facettenreich dieses daherkommt und auch fast schon selbstverständlich jegliche Genre Korsetts vom Tisch gewischt werden.
Die Formation ist sich nicht nur treu geblieben, sondern hat auch einen gewaltigen Schritt nach vorne gewagt und hat somit ganz einfach 9,5 von 10 Punkten verdient. Unbedingt abchecken!





