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SAMURAI PIZZA CATS – „Wir sind Chaos“

Mit Press Start melden sich Samurai Pizza Cats eindrucksvoll zurück und drücken dabei sinnbildlich den Reset-Knopf. Zwischen Metalcore, Deathcore, elektronischen Einflüssen und einer ordentlichen Portion Wahnsinn liefert die Band ein Album, das genauso unberechenbar ist wie ihr Name vermuten lässt. Für RIOT VISION haben wir mit Sebastian gesprochen – über Chaos als Konzept, Pizza-Diskussionen und warum ein Pinguin in Badehose vielleicht mehr Tiefe hat, als man denkt.

Euer Bandname ist ja schon ein ziemliches Statement. Wenn jemand euch noch nie gehört hat: Wie würdet ihr den Sound von Samurai Pizza Cats in drei Worten beschreiben – und wie passt euer neues Album Press Start da hinein?

„Wir sind Chaos.“ Alles, was wir veröffentlichen und produzieren, sind Dinge, die wir auch fühlen. Da kann es sein, dass mal ein Song über einen Pinguin in einer Speedo dabei herauskommt oder über einen Helden namens Ramen-Man, der Nudeln verschießt wie Spider-Man seine Netze.

Mit Press Start erscheint euer zweites Album. Was war diesmal anders im Songwriting im Vergleich zu eurem Debüt You’re Hellcome?

Prinzipiell genauso wie immer. Wie oben bereits erwähnt, machen wir alles mit Überzeugung. Den Vibe, den wir spüren, versuchen wir zu vermitteln – und ich glaube, spätestens wenn man uns live sieht, weiß man, was ich meine.

Der Albumtitel klingt fast wie der Beginn eines Videospiels. Ist das als Symbol für ein neues Kapitel der Band gedacht?

Ganz genau. Wir waren nach You’re Hellcome lange unterwegs, haben viel reflektiert und uns gefragt: „Was wollen wir eigentlich machen? Wie wollen wir weitermachen?“ Mehr Touring? Ein neues Album? Und genau das war unser Moment, „Press Start“ zu sagen.

Die bisherigen Singles zeigen ziemlich unterschiedliche Facetten. Welche Seite der Band hört man auf dem Album vielleicht noch, die bisher niemand kennt?

Ich kann nur sagen: Lasst euch überraschen. Wie du schon sagst, zeigen sich viele unterschiedliche Themen mit tieferen metaphorischen Ebenen, kostümiert durch eine Prise Humor. Vielleicht gibt es ja einen Song über einen Pinguin in einer Schwimmhose, der zwar in einem der gefährlichsten Habitate überleben kann, aber nicht fliegen.

Euer Sound bewegt sich zwischen Metalcore, Deathcore und elektronischen Einflüssen. Wie findet ihr die Balance zwischen Härte, Hooks und Humor?

Ich bin überzeugt, dass das mit unserer Gruppendynamik zusammenhängt. Gerade Themen werden so besprochen, dass jeder etwas einwirft – und genau dieser Austausch macht das Ganze zu dem, was es ist.

hr habt Wurzeln in verschiedenen Projekten und Szenen. Welche Einflüsse hört man heute noch bei euch?

Schwer zu sagen. Wir machen alle seit Kindheitstagen Musik, kennen uns ewig und haben viele Überschneidungen – sind aber auch extrem breit aufgestellt. Ich würde nicht ausschließen, dass irgendwann mal ein Saxophon-Solo in einem Song auftaucht.

Mit dem Einstieg von Robin Scheer am Schlagzeug beginnt auch intern ein neues Kapitel. Wie verändert ein neues Bandmitglied den kreativen Prozess?

Die Sache ist: Wir kennen uns alle schon lange. Ich kenne Daniel seit knapp 20 Jahren, Stefan seit sechs, Robin seit zwölf. Das ist eher eine Gruppe von Freunden, die weiterhin eine Gruppe von Freunden bleibt – nur eben mit Musik.

Eure Songs verbinden oft Humor mit ernsteren Themen. Ist das bewusst so gewählt?

Man möchte das Kind nicht immer direkt beim Namen nennen. Wir arbeiten gerne mit spielerischen Anspielungen. Es ist einfach leichter, über schwere Themen zu sprechen, wenn ein bisschen Humor mitschwingt.

Der Name verpflichtet: Wenn Samurai Pizza Cats eine eigene Pizza kreieren würden – was käme drauf?

Daniel würde jetzt sagen: Ananas. Ich sage: Pepperoni!

Wenn Press Start ein Videospiel wäre: Was wäre der Endboss – und welche Fähigkeit hättet ihr, um ihn zu besiegen?

Eine Pizza Ananas, von der jeder ein Stück essen müsste. Wir würden kläglich scheitern. Das kriege ich einfach nicht übers Herz.

Ihr kommt aus Castrop-Rauxel. Was ist härter: ein Deathcore-Breakdown oder jemandem außerhalb des Ruhrgebiets zu erklären, wo das liegt?

Hömma, dat is gleich neben Dortmund und Herne! Da musste hin – ist schön hier!

Direkt nach dem Release spielt ihr euer eigenes Festival, das Samurai Pizza Fest, das bereits ausverkauft ist. Was bedeutet euch das?

Es bedeutet uns super viel. Wir sind nicht die Leute, die sich selbst feiern – wir wissen, wer das alles möglich macht. Das Pizza Fest ist unser Weg, etwas zurückzugeben.

Eure Liveshows gelten als extrem energiegeladen. Gibt es einen Song vom neuen Album, der live komplett eskalieren wird?

Ich habe so unglaublich Bock, die neuen Songs live zu spielen. „T-Rex(plosion)“ und „Ramen-Man“ knallen gut rein.

Angenommen, ihr dürftet euch für eine Tour einen völlig absurden Support-Act aussuchen – wer wäre das?

Wolfgang Petry.

Wenn wir ein Jahr in die Zukunft springen: Wie war 2026 für Samurai Pizza Cats?

Wild. Einfach wild.

Mit Press Start liefern Samurai Pizza Cats genau das, was man von ihnen erwartet – und gleichzeitig etwas, womit man nie gerechnet hätte. Zwischen augenzwinkerndem Wahnsinn und ehrlicher Emotion entsteht ein Sound, der sich bewusst jeder Schublade entzieht. Oder, um es mit ihren eigenen Worten zu sagen: Chaos – aber eines mit Konzept.

Und wenn dieses Album wirklich nur der „Start“-Button war, dann darf man gespannt sein, wie das nächste Level aussieht.

Info
14. April 2026 
22:15 Uhr
Band
Samurai Pizza Cats
Genre
Metalcore
Autor/en

 Seb

Fotocredit/s
Pressefoto
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