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Allt – Ataraxia

Die schwedischen Newcomer Allt werden diese Woche ihr langersehntes zweites Album „Ataraxia“ veröffentlichen.

Mit Songs wie „Snowblind„, „Omertà“ oder dem überraschenden „Avalon“ gab es auch schon ordentliche Eindrücke in die Platte.

Allt über das Album:

„With ‚Ataraxia‘, we wanted to write from the place we actually live in, not an ideal version of it. The album is about the search for peace and stillness, and all the things that can pull you away from it. It’s not trying to offer answers or present some inspirational message. It’s more about what it felt like to live through these experiences, or watch people close to us go through them.“

Kann die Band an den Erfolg des Debuts anknüpfen?

1. New Day
2. Omertà
3. Nevermind
4. Enemy
5. Ataraxia
6. Ultraviolence
7. Snowblind
8. High Hopes
9. Avalon

Ein neuer Tag, ein neuer Sound:

Mit „New Day“ eröffnen Allt ihr neues Werk zunächst in gewohnt brachialer Manier. Doch die anfängliche Wucht weicht überraschend schnell ruhigeren und atmosphärischeren Passagen. Statt dauerhaft auf aggressive Shouts und massive Gitarrenwände zu setzen, legt die Band hier einen deutlich stärkeren Fokus auf Clean-Vocals und erzählerisches Songwriting. Trotz der neuen Akzente bleibt die unverkennbare Allt-DNA jederzeit erhalten. Der Track bringt frischen Wind in den Bandsound und fügt sich dennoch nahtlos in das bisherige Gesamtbild ein.

Mit „Omertà“ bekamen Fans bereits vor einigen Wochen die zweite Single-Auskopplung präsentiert. Der Song geht deutlich direkter nach vorne und liefert genau das, was man von Allt erwartet: rasante Riffs, druckvolle Drums und einen präzise agierenden Robin Malmgren am Mikrofon. Hier wird nichts dem Zufall überlassen. Besonders der Refrain entwickelt sich zu einem epischen Zusammenspiel aus eindringlichen Melodien, kraftvollen Instrumenten und einer starken Gesangsleistung.

„Nevermind“ schlägt anschließend wieder härtere Töne an und eröffnet mit aggressiven Vocals, kombiniert diese aber geschickt mit einem eingängigen Refrain. Spätestens hier wird deutlich, wie vielseitig Robin Malmgren inzwischen am Mikrofon agiert und dass das musikalische Spektrum der Band weit über das hinausgeht, was das Debütalbum bereits angedeutet hat. Auch „Enemy“ setzt überwiegend auf seinen Klargesang, ohne dabei an Intensität einzubüßen. Im Gegenteil: Die emotionale Atmosphäre zieht sich durch den gesamten Song, bevor ein wuchtiger Breakdown zum Abschluss noch einmal für Gänsehaut sorgt.

Der rote Faden:

Der Titeltrack beginnt mit schweren Gitarren, die jedoch recht schnell von ruhigem Gesang abgelöst werden. Insgesamt hält sich der Song etwas stärker zurück als seine Vorgänger und setzt mehr auf Atmosphäre als auf rohe Gewalt. Mit einer Spielzeit von lediglich 2:30 Minuten bleibt er zudem der kürzeste Track des Albums,

Auch „Ultraviolence“ folgt zunächst dem mittlerweile bekannten Muster: ein aggressiver Einstieg, gefolgt von melodischen Clean-Passagen. Im weiteren Verlauf gewinnt der Song jedoch zunehmend an Dynamik und entwickelt deutlich mehr Vorwärtsdrang. Gleichzeitig fällt hier auf, dass die strukturellen Unterschiede zwischen einigen Songs vergleichsweise gering ausfallen. Das Wechselspiel zwischen Härte und Melodie funktioniert zwar hervorragend, wiederholt sich im Albumverlauf jedoch etwas zu häufig, wodurch einzelne Tracks stellenweise weniger Eigenständigkeit entwickeln.

Mit „Snowblind“ wagte die Band bereits mit der ersten Single einen mutigen Schritt. Der Song zeigt Allt von einer völlig anderen Seite und kann nahezu als Ballade bezeichnet werden. Die gewohnte Aggressivität tritt stark in den Hintergrund, während Verletzlichkeit und Emotionen das Klangbild bestimmen. Besonders die mitreißende Hook brennt sich bereits nach wenigen Durchläufen ins Gedächtnis und macht „Snowblind“ zu einem der emotionalsten Momente des Albums.

Es gibt mehr Variation:

Mit „High Hopes“ setzt die Band anschließend einen weiteren Akzent. Die zunächst fast schon poppige Struktur hebt den Song deutlich vom bisher Gehörten ab. Diese Leichtigkeit hält allerdings nicht lange an, denn schon bald brechen brachiale Vocals und intensive Instrumentalpassagen durch die Oberfläche. Gerade dieser Kontrast verleiht dem Track seinen besonderen Reiz und sorgt für eine angenehme Abwechslung innerhalb des Albums.

Das Finale wird schließlich mit der letzten Single „Avalon“ eingeläutet. Getragen von ruhigen Gesangslinien führt Robin Malmgren den Hörer durch den Song und beweist einmal mehr eindrucksvoll, dass er nicht nur ein hervorragender Screamer, sondern auch ein ausdrucksstarker Sänger ist. Mit zunehmender Laufzeit baut sich der Track zu einem emotionalen Crescendo auf, das die ruhigen und harten Facetten von Allt gekonnt miteinander verbindet. Dadurch entwickelt sich „Avalon“ zu einem würdigen Schlusspunkt, der die Stärken der gesamten Platte noch einmal eindrucksvoll zusammenfasst.

Fazit:

Allt erweitern auf diesem Album ihren Sound hörbar und setzen deutlich stärker auf Atmosphäre, Melodie und Clean-Vocals als in der Vergangenheit. Während das Debüt vor allem durch seine kompromisslose Härte überzeugte, setzt die Band diesmal auf die o.g. Dinge. Nicht jeder Song kann sich vollkommen von den bekannten Strukturen lösen, dennoch gelingt der Band der Balanceakt zwischen Weiterentwicklung und Wiedererkennungswert. Vor allem Robin Malmgrens vielseitige Gesangsleistung sowie der Mut, neue Facetten zu zeigen, machen das Album zu einem spannenden Schritt nach vorne.

Unterm Strich liefern Allt ein mutiges, abwechslungsreiches und emotionales Album ab, das ihre musikalische Weiterentwicklung eindrucksvoll unter Beweis stellt. Die Band erweitert ihren Sound sinnvoll, ohne ihre Wurzeln aus den Augen zu verlieren, und schafft damit den Spagat zwischen Innovation und Wiedererkennbarkeit.

Für „Ataraxia“ gibt es 7,9/10 Punkte

Passend zum Album die Tour:

Info
28. Juli 2026 
14:52 Uhr
Band
Allt
Genre
Metalcore
Autor/en

 Maik

Fotocredit/s
Aslak Junttu
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