Nach zwei Jahren Stille gibt es am 6. November 2026 endlich Neues von DISTANT – und dieses Mal wird es nicht nur thematisch dunkel, sondern auch sehr persönlich für die vier Jungs.

DISTANT verbinden in ihrem musikalischen Stil Elemente aus Death Metal, Slam, Noise und Beatdown zu einem ordentlichen Mix, der sich sehen lassen kann. Seit ihrer Gründung 2014 in Bratislava (Slowakei) und Rotterdam (Niederlande) haben sich Alan Grnja (Gesang), Nouri Yetgin (Gitarre), Elmer Maurits (Bass) und René Gerbrandij (Schlagzeug) zu einer festen Größe im europäischen Deathcore entwickelt.
Und genau diese besondere Mischung und ihr unverkennbarer Deathcore-Sound finden sich auch auf ihrem fünften Studioalbum wieder.
Thematisch dreht sich „Into Despair“ um düstere Themen wie Wut, Depression, Verzweiflung, den negativen Einfluss sozialer Medien auf das tägliche Leben und die eigene Sterblichkeit. DISTANT selbst beschreiben die Platte als ihr bisher ehrlichstes und emotionalstes Album. Jedes Bandmitglied hat persönliche Erfahrungen in die Themen und Geschichten der Songs einfließen lassen.

Über insgesamt 13 Tracks hinweg stürzen sowohl die Zuhörer als auch die Künstler selbst in einen Abgrund aus Zorn, Rachegelüsten, tiefer Trauer, Isolation und weiteren brodelnden Emotionen, die ihren Weg an die Oberfläche finden.
Tracklist:
- The World (02:00)
- Nothing Left to Hate (03:13)
- Into Despair (03:01)
- Spirit (feat. Tyler Beam von The Last Ten Seconds of Life) (02:54)
- Circle of Vultures (03:27)
- The Shallow Gaze (feat. Darius Tehrani von Spite) (03:16)
- Veil of Paranoia (03:55)
- Desolation (04:26)
- All Will Be (N)One (feat. Ricky Myers von Suffocation) (03:31)
- Rat Torture (02:59)
- Flesh and Nails (feat. Kyle Medina) (02:41)
- The Shared Grief (01:41)
- Iron Knee (02:05)
Gesamtspielzeit: 39:07 Minuten
Für mehrere Tracks haben sich DISTANT außerdem Verstärkung aus dem Genre geholt. So sind Tyler Beam von The Last Ten Seconds of Life, Darius Tehrani von Spite, Ricky Myers von Suffocation und Kyle Medina auf insgesamt vier Songs vertreten.
Wir hatten das Glück, die Platte bereits vor dem offiziellen Release am Freitag hören und reviewen zu dürfen. Wer jetzt schon neugierig ist, findet „Nothing Left to Hate“, „Spirit“, „The Shallow Gaze“, „Desolation“, „All Will Be (N)One“, „Rat Torture“ und „Flesh and Nails“ bereits auf den gängigen Streamingplattformen.
Nachdem ich mich intensiver mit dem Album und seinen Themen beschäftigt habe, haben sich für mich drei Favoriten herauskristallisiert, die sowohl beim ersten Hören als auch langfristig besonders herausstechen.
09. All Will Be (N)One
„Embracing what can not be seen
I know death will take all of this pain away“
Einer der Tracks, die bereits online verfügbar sind, und dennoch einer meiner persönlichen Favoriten.
Der Song beschäftigt sich mit dem Tod, der eigenen Sterblichkeit und der Erkenntnis, dass niemand dem Tod entkommen kann. Trotz des schweren thematischen Fokus vermittelt der Track auch neue Hoffnung. DISTANT und Ricky Myers reflektieren und akzeptieren das Unentrinnbare und finden darin eine gewisse Form von Freiheit und Ruhe.
10. Rat Torture
Ein weiterer Track, der bereits veröffentlicht wurde, aber dennoch ein echtes Brett ist. DISTANT greifen hier das Thema Realitätsverlust auf und beschäftigen sich mit den Auswirkungen unseres zunehmend digital stattfindenden Lebens. Oft verlieren wir das, was direkt vor unseren Augen im echten Leben passiert, aus dem Blick und konzentrieren uns stattdessen lieber auf unsere Bildschirme.
Diesen schleichenden Verlust des Bezugs zur Realität und die zunehmende Oberflächlichkeit und Austauschbarkeit zwischenmenschlicher Beziehungen im digitalen Raum spiegeln DISTANT auch in Zeilen wie diesen wider:
„I scroll through the ghosts of a gesture that you never made
Each smile rehearsed and looped until the meaning dried“
13. Iron Knee
Meiner Meinung nach der stärkste Song des Albums und genau die Richtung, von der ich gerne mehr gehört hätte.
DISTANT selbst sagen über den Track, dass es schwer sei, seine Themen in Worte zu fassen. Vielmehr handelt es sich um eine Reflexion der „human condition“, also des menschlichen Daseins.
Vielleicht ist der Track gerade deshalb mein Favorit der Platte. Ohne die Themen konkret in Worte fassen zu können, liefern DISTANT mit „Iron Knee“ einen starken Song, der zum Nachdenken anregt und die Gefühlswelt des Albums wunderbar abrundet.
Zwischen starken Ansätzen und verschenktem Potenzial
Über die 13 Tracks hinweg geben uns DISTANT einen Einblick in ihre persönlichen Abgründe und zeigen eine Seite von sich und ihrer Kunst, die manchen Fans vielleicht noch neu ist.
Auch die Produktion des Albums ist top-notch: starke Vocals, heftige Breakdowns und eine großartige instrumentale Umsetzung – alles Faktoren, die das Album eigentlich zu einer 11/10 machen sollten.
Trotz dieser starken Voraussetzungen finde ich „Into Despair“ zwar gelungen, aber nicht so stark, wie es hätte sein können. Und das ist schade.
Die Tracks klingen oft sehr ähnlich und auch die Kollaborationen, die eigentlich viel Spielraum für Genrebrüche und kreative Experimente bieten, schöpfen ihr Potenzial nicht vollständig aus. Die Gastmusiker sind zwar vertreten, gehen im Gesamtsound jedoch weitgehend unter und setzen kaum eigene Akzente.
Persönlich hätte ich mir weniger, dafür aber längere Tracks gewünscht. Gerade weil die Songs thematisch sehr eng beieinanderliegen, hätten sich manche Ideen meiner Meinung nach auch in einzelnen, umfangreicheren Songs bündeln lassen.
Fazit
„Into Despair“ kann sich definitiv sehen lassen.
Durch das gesamte Album zieht sich ein klar erkennbarer thematischer roter Faden, der keinen der Songs außen vor lässt oder isoliert wirken lässt.
Man merkt, dass die Band hier viele eigene Erfahrungen und Gefühle verarbeitet hat – eine Ehrlichkeit, die ich bewundere und gerne öfter sehen würde.
Auch die gesellschaftskritischen Aspekte und die Auseinandersetzung mit mentaler Gesundheit passen gut zum Deathcore-Genre und geben den Songs zusätzliche Tiefe.
Technisch findet sich alles, was Deathcore ausmacht: wuchtige Riffs, harte Bässe, starke Vocals und eine düstere Thematik, die unter die Haut geht.
Fans von DISTANT werden mit dem Album definitiv ihren Spaß haben, auch wenn dem einen oder anderen die genannten Schwächen vermutlich auffallen dürften.
Mehr von DISTANT findet ihr hier:
https://www.instagram.com/distantofficial
https://www.facebook.com/DistantOfficial





